Source: https://www.union-investment.de/blog/wie-viel-altersvorsorge
Wie viel sollte man für die Altersvorsorge sparen? Die einfache Faustregel¹ empfiehlt 10 bis 15 Prozent des Nettoeinkommens. Was das konkret bedeutet – und wie Sie Ihren persönlichen Bedarf berechnen.
Mittwoch, 09.09.2026
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Eine gängige Faustregel empfiehlt, etwa 10 bis 15 Prozent des Brutto- oder 15 bis 20 Prozent des Nettoeinkommens in die Altersvorsorge zu investieren1. Der individuelle Bedarf hängt jedoch von Faktoren wie Einkommen, Alter, gewünschtem Ruhestandsbudget, Renditechancen der Geldanlagen und Inflation ab.
Als grobe Orientierung gilt auch die sogenannte 50-30-20-Regel2: 50 Prozent des Nettoeinkommens für Fixkosten (Miete, Lebensmittel), 30 Prozent für persönliche Wünsche und Freizeitausgaben und 20 Prozent für Vermögensbildung und Altersvorsorge. Davon sollte ein wesentlicher Teil in die Altersvorsorge fließen. Bitte beachten Sie: Diese Faustregeln sind Orientierungswerte, ursprünglich ein allgemeines Haushaltsbudget-Konzept2, das sich auf das Nettoeinkommen bezieht und keine individuelle Beratung darstellt. Ob etwa 10 oder 15 Prozent für Sie angemessen sind, hängt maßgeblich von Ihrer persönlichen Situation ab.
Entscheidend ist die sogenannte Vorsorgelücke: die Differenz zwischen der zu erwartenden gesetzlichen Rente und dem Betrag, den Sie im Ruhestand tatsächlich benötigen. Nur wer diese Lücke kennt, kann gezielt gegensteuern. Sie können Ihre voraussichtliche gesetzliche Rente in Ihrem jährlichen Renteninformationsschreiben der Deutschen Rentenversicherung nachlesen und mit dem Vorsorgelücken-Rechner 3 von Union Investment berechnen.
Ermitteln Sie Ihren voraussichtlichen monatlichen Finanzbedarf im Ruhestand . Dazu zählen Lebenshaltungskosten, Krankenkassenbeiträge, Freizeit und andere Ausgaben.
"Als grobe Orientierung wird häufig ein Ruhestandsbudget von etwa 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens genannt. Der tatsächliche Bedarf kann je nach Lebenssituation deutlich abweichen.1 Wer mit 3.000,–Euro netto im Monat lebt, sollte also mit rund 2.100,– bis 2.400,– Euro im Alter planen.
Ermitteln Sie Ihre voraussichtlichen Renteneinnahmen, also die gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge, sonstige Einnahmen.
Die Deutsche Rentenversicherung schickt jährlich eine Renteninformation. Darin steht, welche monatliche Rente Sie bei unverändertem Verlauf Ihrer Berufstätigkeit zu erwarten haben. Das aktuelle gesetzliche Rentenniveau liegt laut Bundesregierung bei rund 48 Prozent des durchschnittlichen Bruttoeinkommens.4
Berechnen Sie Ihre Vorsorgelücke: Ziehen Sie die erwartete Rente sowie vorhandenes Vermögen und bereits vorhandene Ansprüche auf betriebliche oder private Vorsorgeleistungen von Ihrem Ruhestandsbudget ab. Die Differenz kann eine erste Orientierung für Ihre mögliche monatliche Vorsorgelücke geben.
Beispiel: Zielbudget 2.200,– Euro, erwartete Rente 1.300,– Euro => Vorsorgelücke von 900,– Euro pro Monat. Diesen Betrag können Sie als Orientierung nutzen, um mögliche private oder betriebliche Vorsorgebausteine zu prüfen. Nutzen Sie den Vorsorgelücken-Rechner von Union Investment für eine erste Orientierung auf Basis Ihrer Angaben..
Bestimmen Sie die nötige Sparrate. Wie viel Sie monatlich sparen müssen, um diese Lücke zu schließen, hängt von Laufzeit bis Renteneintritt, der angenommenen Anlagerendite (beispielsweise 4 bis 6 Prozent) und der Inflation ab.
Ein breit gestreuter Fondssparplan5 bietet langfristig Renditechancen, geht jedoch mit Wertschwankungen und möglichen Verlusten einher. Zudem ist die Wertentwicklung der Vergangenheit kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Je früher Sie mit dem Sparen beginnen, desto mehr Zeit hat Ihr Geld zum Wachsen – dadurch kann sich der für Ihr persönliches Sparziel angenommene monatliche Sparbetrag verringern.
Die Höhe der monatlichen Sparrate zur Altersvorsorge kann sich danach richten, wie viel Geld Sie später benötigen, wie lange Sie noch sparen, welche Rendite Ihre Anlagen erzielen und welche Inflation Sie berücksichtigen. Jüngere Menschen haben häufig einen längeren Anlagehorizont. Dadurch können auch geringere regelmäßige Sparraten langfristig zum Vermögensaufbau beitragen.
Was tun, wenn das Budget für die Altersvorsorge knapp ist?
Nicht jeder kann sofort 10 bis 15 Prozent seines Nettoeinkommens zurücklegen. Das ist kein Grund, entmutigt zu sein. Wichtiger als die Höhe des Betrags ist, regelmäßig zu sparen. Schon kleine Summen können über lange Zeiträume zu einem soliden Kapitalstock heranwachsen
Das Alter ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren darauf, wie viel monatlich für die Altersvorsorge zurückgelegt werden kann oder sinnvoll erscheint. Ein frühzeitiger Beginn mit kleineren Beträgen kann helfen, langfristig Vermögen aufzubauen, wobei der Zinseszinseffekt6 eine Rolle spielen kann. Wer später anfängt, muss in der Regel entsprechend mehr pro Monat investieren, um dasselbe Zielkapital zu erreichen.
„Wer mit 30 Jahren anfängt, regelmäßig in einen Fondssparplan5 einzuzahlen, kann auch mit kleineren Sparbeträgen langfristig zum Vermögensaufbau beitragen. Das Geld kann so am Aktienmarkt über Jahrzehnte für die Anlegerinnen und Anleger arbeiten", sagt Alberto del Pozo Muniz, Leiter Vorsorge und Kooperationen bei Union Investment.
"Private Vorsorge ist auch mit 50 noch sinnvoll und richtig. Bei gleichem Vorsorgeziel müssen die monatlichen Beiträge jedoch höher ausfallen. Umso wichtiger ist es, Anlageformen zu wählen, die zur persönlichen Situation, zum Anlagehorizont und zur Risikobereitschaft passen", erläutert del Pozo Muniz.
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Annahmen: Anlagerendite 6 Prozent jährlich (Bruttoberechnung, nach Fondskosten, Rentenbeginn mit 67 Jahren, Inflation nicht abgezogen. Die Tabelle dient zur Orientierung; tatsächliche Ergebnisse können abweichen. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Ergebnisse.
Auch ab 50 kann man noch vorsorgen. Wer bis dahin nur etwa 63.000,– Euro angespart hat, kann bei gleichem Ziel höhere Beiträge zahlen oder zusätzlich andere Vorsorgeformen nutzen. Wichtig ist es, Anlageformen zu wählen, die zur persönlichen Situation, zum Anlagehorizont und zur Risikobereitschaft passen.
Unser Vorsorgerechner unterstützt dabei, auf Basis persönlicher Angaben eine individuelle Sparrate zu berechnen, um die Altersvorsorge besser planen zu können.
Alberto del Pozo Muniz
Die folgenden Antworten basieren auf den oben genannten Informationen und könnten für Sie interessant sein:
Als grobe Orientierung können Sie mit 15 bis 20 Prozent des Nettoeinkommens rechnen. Entscheidend bleibt jedoch die persönliche Vorsorgelücke; die Faustregel ersetzt keine individuelle Berechnung.1 Den individuellen Beitrag können Sie anhand der obigern Tabelle ablesen oder mit unserem Vorsorgelückenrechner berechnen.
Das hängt vom gewünschten Ruhestandsbudget, den erwarteten Renteneinnahmen, der verbleibenden Sparzeit, Inflation, Rendite und der geplanten Bezugsdauer ab.
Der errechnete Monatsbetrag dient als erste Orientierung und basiert auf den eingegebenen Angaben zu Einkommen, Alter und Vorsorgelücke. Die Beispiel-Tabelle oben im Beitrag veranschaulicht, wie sich unterschiedliche Startzeitpunkte auf die Sparrate auswirken können.
Mit einem regelmäßigen kleinen Betrag beginnen, die Rate später überprüfen und die eigene Vorsorgelücke Schritt für Schritt konkretisieren. Risiken und Kosten der gewählten Anlage müssen berücksichtigt werden.
Quellen:
Bitte lesen Sie den Disclaimer.
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