Source: https://www.union-investment.de/unsere-services/aktuelle-nachrichten/politik-maerkte/wahrscheinlichkeit-fuer-einen-iran-deal-steigt
15.06.2026
Laut US-Präsident Donald Trump haben sich die USA und der Iran jüngst auf eine Beilegung des Konflikts geeinigt. Was bedeutet das für den Irankrieg? Und wie könnten die Kapitalmärkte reagieren?
Die Tür zum Frieden am Persischen Golf hat sich am Abend des 14. Juni 2026 weiter geöffnet. Laut US-Präsident Donald Trump haben sich die Vereinigten Staaten mit dem Iran auf ein „Memorandum of Understanding“, also eine Absichtserklärung zur Beilegung des Konflikts, geeinigt. Die iranische Führung hat diese Nachricht mittlerweile bestätigt. Neben einem Ende der Kampfhandlungen wurden eine Öffnung der für die globale Ölversorgung wichtigen Straße von Hormus sowie eine Aufhebung der US-Seeblockade vereinbart.
Die Unterzeichnung des Memorandums ist für den 19. Juni 2026 vorgesehen und soll in der Schweiz stattfinden. In den 60 Tagen danach soll ein endgültiges Abkommen verhandelt werden, das dann auch die bislang unbehandelten Fragen umfassen soll, etwa die Zukunft des iranischen Atomprogramms. Im frühen Handel des 15. Juni reagierten die Aktienmärkte positiv auf die Nachricht. Der Ölpreis gab erneut nach.
Ob die Vereinbarung tatsächlich unterzeichnet wird, lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen. In der Vergangenheit waren schon mehrfach Einigungen angekündigt worden, die sich dann aber doch nicht als tragfähig erwiesen hatten. Allerdings schätzen die Experten von Union Investment die Wahrscheinlichkeit, dass es dieses Mal zu einer Verständigung kommt, trotz eines gewissen Restrisikos als sehr hoch ein.
Gleichzeitig gehen sie nicht davon aus, dass die veranschlagte Zeit für die Beilegung der besonders kritischen Konfliktpunkte ausreicht. Daher dürfte die 60-Tage-Frist verlängert werden, sehr wahrscheinlich sogar mehrfach. Für den Moment bedeutet die Einigung aus Kapitalmarktsicht aber eine deutliche Verringerung des geopolitischen Risikos.
Aufgrund der Sperrung der Straße von Hormus ist die Versorgung der Weltwirtschaft mit Rohöl vom Persischen Golf gestört. Bislang konnte das durch höhere Exporte aus anderen Regionen sowie den Zugriff auf strategische Reserven und andere Lagerbestände abgefedert werden. Diese Lösung kann aber nicht von Dauer sein. Daher ist in den Sommermonaten eine kritische Lagersituation durchaus möglich.
Sollte es nun wie angekündigt zu einer Öffnung der Straße von Hormus kommen, dürfte sich die Situation perspektivisch entspannen und der Inflationsdruck abnehmen – wenn auch nicht sofort. Denn selbst bei einer sofortigen Öffnung kann es eine Weile dauern, bis Ölproduktion und Lieferketten wieder wie gewohnt funktionieren. Union Investment hält daher auch bei Zustandekommen einer Einigung in den nächsten Wochen und Monaten die Preise von Energierohstoffen für weiter schwankungsanfällig. Für die Kapitalmärkte insgesamt ist das Bild der hauseigenen Experten nach wie vor konstruktiv, was durch die jüngsten Ereignisse zusätzlich gestützt wird.
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