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Monatliche Information zu den Kapitalmärkten für den Handelsmonat August 2026
Die Aktienmärkte zeigten sich im Berichtsmonat trotz einer Reihe von Belastungsfaktoren bemerkenswert robust. Die Lage in Nahost blieb nach Fort- und Rückschritten in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unsicher. In der Folge stieg der Ölpreis zum Monatsende wieder in Richtung 91 US-Dollar je Barrel. An den US-Börsen standen starken Unternehmensgewinnen und der KI-Euphorie auf der positiven Seite die Inflation, steigende Zinsen, die Ölpreisentwicklung und die Geopolitik auf der eher belastenden Seite gegenüber. Insgesamt setzten sich aber die positiven Faktoren durch. Teils wurden neue Index-Höchststände erzielt. Dies traf auch für den Euroraum zu, wenngleich sich dort die Entwicklung etwas weniger dynamisch als in den USA zeigte. Der DAX 40 erzielte kurz vor Monatsende einen neuen Höchststand. An den Rentenmärkten war, vor allem im Euroraum, ein Renditeanstieg zu beobachten. Der wichtigste Impuls kam Ende August vom Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, dessen Rede im US-amerikanischen Jackson Hole als restriktiv eingeschätzt wurde und die Märkte belastete.
US-Arbeitsmarkt überraschend schwach
Auf konjunktureller Ebene zeichneten die US-Daten ein gemischtes Bild. Der im August veröffentlichte Arbeitsmarktbericht für Juli wies überraschend einen Rückgang der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um 23.000 Stellen aus. Damit blieb der Wert deutlich hinter der Konsensschätzung eines Zuwachses von 83.000 Stellen zurück. Zudem wurden die Beschäftigungszahlen der Vormonate erheblich nach unten revidiert. Die Arbeitslosenquote sank dennoch leicht auf 4,1 Prozent, da die Erwerbsbeteiligung weiter zurückging. Die schwachen Arbeitsmarktdaten reduzierten zunächst den Druck auf die Federal Reserve, ihre Geldpolitik weiter zu straffen und stützten in der ersten Augustwoche sowohl Aktien als auch Anleihen.
Die anschließend veröffentlichten Inflationsdaten machten das Bild jedoch komplexer. Die Kerninflationsrate stieg im Juli um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit entsprach die jährliche Rate dem niedrigsten Niveau seit März 2021. Der von der Federal Reserve bevorzugte Inflationsindikator, der Kern-PCE-Preisindex, legte hingegen um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, während die Konsumausgaben stagnierten. Die Erzeugerpreisinflation verlangsamte sich von 5,5 Prozent im Juni auf 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Frankreich revidiert BIP-Wachstum
In Europa fiel das konjunkturelle Bild problematischer aus. Das französische Statistikamt revidierte das BIP-Wachstum für das erste Quartal auf minus 0,2 Prozent und bestätigte für das zweite Quartal ein Nullwachstum. Damit bewegte sich Frankreich am Rande einer technischen Rezession. Die Revision erschwerte die Bemühungen der französischen Regierung um eine Konsolidierung der Staatsfinanzen und erhöhte den Druck auf die Risikoaufschläge französischer Staatsanleihen. Die Inflation in Deutschland stieg, wie auch in anderen europäischen Ländern, im August leicht an. Dabei blieb die Teuerung auf den energienahen Bereich begrenzt. Von einer Breitenwirkung kann aber keine Rede sein. Der Anstieg belief sich auf 0,1 Prozent und lag damit im August bei 2,9 Prozent. Die um die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise bereinigte Kernrate lag unverändert bei 2,4 Prozent. Ein über den September hinausgehender Zinsschritt der Europäischen Zentralbank wird durch die jüngsten Inflationsdaten damit nicht wahrscheinlicher.
Im August war die Entwicklung an den globalen Aktienmärkten von zwei unterschiedlichen Monatshälften geprägt. In den ersten beiden Wochen sorgten eine besser als erwartete Berichtssaison und vorsichtige Fortschritte bei den Verhandlungen in Nahost für breit angelegte Kursgewinne. Der Dow Jones Industrial Average und der S&P 500-Index erzielten dabei (54.744 bzw. 7.816 Punkte) neue Rekordstände. In der zweiten Monatshälfte ließ diese Dynamik nach, da der steigende Ölpreis, anziehende Anleiherenditen und zunehmend restriktive Signale der Zentralbanken, vor allem der US-Fed, die Märkte belasteten.
KI weiter im Fokus
In den USA wurde die Entwicklung durch das Zusammenspiel aus starken Unternehmensergebnissen und makroökonomischem Gegenwind geprägt. Das Gewinnwachstum der Unternehmen im S&P 500 lag im zweiten Quartal auf einem der höchsten Niveaus der jüngeren Vergangenheit. Analysten warnten jedoch davor, dass dieses Wachstumstempo kaum aufrechtzuerhalten sei. Der schwache US-Arbeitsmarktbericht für Juli sorgte zudem für Unterstützung, da die Anleger davon ausgingen, dass die Fed die Zinsen nicht kurzfristig anheben müsse. Technologiewerte erhielten zusätzlichen Auftrieb, nicht zuletzt von sehr guten Zahlen von NVIDIA, was die Erwartung stützte, dass die hohen Investitionen in künstliche Intelligenz anhalten würden. Allerdings entwickelten sich nicht alle KI-bezogenen Titel gleichermaßen positiv. Anleger differenzierten zunehmend danach, welche Unternehmen ihre KI-Investitionen tatsächlich in steigende Gewinne umsetzen konnten. Der Nasdaq 100-Index gewann im Berichtsmonat fast vier Prozent hinzu. Der marktbreite S&P 500-Index stieg um 2,7 Prozent an, während der Dow Jones Industrial Average 1,4 Prozent im Plus schloss.
DAX 40 mit Rekordstand
Im Euroraum konnte der DAX 40 kurz vor Monatsende mit 26.618 Punkten ein neues Rekordhoch erklimmen. Das monatliche Kursplus verblieb bei rund 2,5 Prozent, da zuletzt im Rahmen der Nahost-Verhandlungen und des steigenden Ölpreises noch eine Korrekturbewegung erfolgte, bei der der Leitindex wieder einige Punkte abgeben musste. Der marktbreite STOXX Europe 600-Index ging mit plus 0,5 Prozent aus dem Handel. Hier konnten in erster Linie Titel aus dem Sektor Basic Resources deutlich zulegen, gefolgt von Medien und der Technologie. Nahrungsmittel/Getränke sowie der Immobiliensektor bildeten das Schlusslicht.
Die unterschiedliche Entwicklung der US-amerikanischen und europäischen Märkte bzw. Indizes spiegelte sowohl die stärkere Gewinndynamik in den USA als auch die höhere Sensitivität europäischer Indizes gegenüber gestiegenen Energiekosten und den Erwartungen an die EZB-Geldpolitik wider.
In Asien ging der Nikkei 225-Index mit einem Plus in Höhe von 3,1 Prozent aus dem Handel.
Der August 2026 war für die Staatsanleihemärkte ein eher schwieriger Monat. Anhaltender Inflationsdruck, eine restriktive Zentralbankkommunikation und erneut zunehmende geopolitische Risiken waren die wesentlichen Einflussfaktoren. Das im August veröffentlichte Protokoll der Juli-Sitzung zeigte, dass sich mehrere Notenbankvertreter für eine sofortige Zinserhöhung ausgesprochen hatten. Viele weitere signalisierten, dass eine Straffung erforderlich sein würde, falls die Inflation nicht zurückginge. Beim jährlichen Jackson-Hole-Symposium der Federal Reserve Ende August verschärfte sich zudem der restriktive Ton. In den USA stieg mit Blick auf die Zinskurve die Rendite zweijähriger Treasuries um fünf Basispunkte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg mit knapp zwei Basispunkten (4,76 Prozent) geringfügiger an. Die geringe Bewegung der zehnjährigen Rendite verdeckt aber eine erhebliche untermonatliche Volatilität. Dass die zehnjährige weniger stark als die zweijährige Rendite zulegte, spiegelte gegenläufige Einflussfaktoren wider: Der schwache Arbeitsmarktbericht für Juli und die Ankündigung von verstärkten US-Anleiherückkäufen drückten die Renditen in der ersten Monatshälfte vorübergehend nach unten, während erneute ölpreisbedingte Inflationssorgen und restriktive Äußerungen der Fed sie in der zweiten Hälfte wieder steigen ließen.
US-Zinskurve tendiert etwas flacher
Insgesamt führte dies im Monatsverlauf zu einer moderaten Verflachung oder sogenannten „Bear-Flattening-Bewegung“ der US-Zinsstrukturkurve, da die zweijährige Rendite stärker anstieg als jene der zehnjährigen Papiere. Die Rendite 30-jähriger Treasuries erreichte Mitte August mit 5,34 Prozent den höchsten Stand seit 2007, bevor diese einen Teil des Anstiegs wieder abgab und gegenüber Ende Juli sogar zwei Basispunkte tiefer schloss. US-Staatsanleihen schlossen im August auf Indexebene (JP Morgan GBI US-Index) unter Einberechnung der Kuponerträge mit einem leichten Wertzuwachs von 0,4 Prozent.
Deutsche Zinskurve verschiebt sich nach oben
Im Euroraum fiel der Renditeanstieg deutscher Bundesanleihen im August etwas stärker aus. So legte die zehnjährige Bundesanleihe um 11 Basispunkten auf 3,32 Prozent zu. Insgesamt verschob sich die deutsche Zinskurve im August parallel um 11-12 Basispunkte nach oben. Die nahezu parallele Aufwärtsverschiebung der deutschen Zinsstrukturkurve spiegelte die zunehmende Überzeugung der Marktteilnehmer wider, dass die EZB ihren geldpolitischen Straffungszyklus wieder aufnehmen würde. Deutschland platzierte Mitte August im Rahmen einer syndizierten Emission 30-jährige Bundesanleihen mit einer Rendite von 3,78 Prozent – dem höchsten Niveau seit 2011.
Der im August zu beobachtende Renditeanstieg umfasste alle Länder innerhalb des Euroraumes. In Frankreich überstieg die Zehnjahresrendite zum Monatsende die Vier-Prozentmarke. Der iBoxx Euro Sovereign-Index gab im Berichtsmonat um 0,6 Prozent nach.
Euro-Unternehmensanleihen stabil
Der Euro-Unternehmensanleihemarkt zeigte sich im August trotz der Schwäche an den Staatsanleihemärkten stabil. Die Risikoprämien (Spreads) des ICE BofA Euro Corp-Index schwankten minimal um die Marke von 60 Basispunkten. Zinsbedingt gab der Gesamtmarkt rund 0,25 Prozent im August ab. Der Markt für hochverzinsliche Euro-Unternehmensanleihen (High Yield) erzielte hingegen ein leichtes Plus von 0,4 Prozent, dort waren rückläufige Risikoaufschläge zu beobachten. Dies galt auch für US-Unternehmensanleihen (ICE BofA US-Large Corporate-Index), die auf US-Dollarbasis ebenfalls leicht hinzugewannen. Leicht positiv tendierten auch die Anleihemärkte für US-Dollar und Europapiere aus den Schwellenländern.
Gold als sicherer Anlagehafen gesucht
Gold war im August gesucht, der Preis für eine Feinunze stieg von 4.052 auf in der Spitze 4.696 US-Dollar. Nach Gewinnmitnahmen zum Monatsende verbleib ein Zugewinn von rund zehn Prozent (4.448 US-Dollar). Die Nachfrage nach sicheren Anlagehäfen infolge des Iran-Konflikts, steigenden Inflationserwartungen aufgrund höherer Energiepreise und die zunehmende Überzeugung, dass die US-Notenbank die Zinsen weiter anheben müsse, trugen allesamt zur Rally des Edelmetalls bei.
US-Dollar wertet zum Euro ab
An den Devisenmärkten schwächte sich der US-Dollar im August ab. Das Währungspaar Euro/US-Dollar stieg im Monatsverlauf von 1,153 Ende Juli auf 1,162. Zwischenzeitlich lag die Notierung knapp über 1,17. Der wichtigste Einzelimpuls war die Ankündigung von US-Finanzminister Bessent, das Volumen der Rückkäufe von US-Staatsanleihen mit längerer Laufzeit mindestens zu verdoppeln. Dies löste den stärksten Tagesverlust des US-Dollar seit fast drei Wochen aus und veranlasste Hedgefonds dazu, ihre Short-Positionen im Dollar deutlich auszubauen. Die PCE-Inflationsdaten zum Monatsende hin verstärkten wieder die Erwartungen an weitere Fed-Zinserhöhungen und der US-Dollar machte etwa die Hälfte seiner vorherigen Verluste wett. Bei einer bemerkenswerten Intervention nutzte das US-Finanzministerium Berichten zufolge den Euro anstelle von US-Dollar zur Finanzierung von Yen-Käufen, um eine zusätzliche Schwächung der eigenen Währung zu vermeiden.
Am 10. September wird zweifellos die geldpolitische Sitzung der Europäischen Zentralbank im Blickpunkt der Märkte stehen. Die anhaltende geopolitische Lage sorgte in Europa für einen erneuten Anstieg der Inflation. Allerdings bleibt die Teuerung weiter auf energienahe Bereiche beschränkt und ein Überrollen in andere Sektoren ist derzeit nicht zu erkennen. Für die EZB ergibt sich hieraus keine Notwendigkeit, von ihrer aktuellen geldpolitischen Strategie abzuweichen. Wir erwarten im September eine weitere Leitzinsanhebung um 25 Basispunkte, die aus Gründen des Risikomanagements der EZB erfolgen sollte. In den USA dürften im neuen Monat die Inflationsdaten und der US-Arbeitsmarkt von übergeordneter Bedeutung für die weitere Entwicklung sein. Bei den Unternehmensdaten dürfte verstärkt im Fokus stehen, ob sich das weiterhin erwartete hohe Gewinnwachstum - insbesondere im KI-Bereich – bestätigt. Bei der US-Notenbank Fed steht zudem Mitte September die nächste zinspolitische Entscheidung an. Das im August veröffentlichte Protokoll der Juli-Sitzung zeigt jedoch, dass sich mehrere Notenbankvertreter für eine sofortige Zinserhöhung ausgesprochen hatten. Viele weitere signalisierten, dass eine Straffung erforderlich sein würde, falls die Inflation nicht zurückginge. Beim jährlichen Jackson-Hole-Symposium der Federal Reserve Ende August verschärfte sich zudem der restriktive Ton aus der Fed. Fed-Chef Kevin Warsh brachte zudem eine Änderung der Häufigkeit der geldpolitischen Sitzungen ins Spiel und stellte die Möglichkeit von sechs statt bislang acht Zinsentscheidungen pro Jahr zur Diskussion. Jedenfalls ist die US-Notenbank für die Märkte schwerer berechenbar geworden, was die Volatilität erhöhen dürfte. Auch wird die Ölpreisentwicklung im Rahmen des Nahost-Konflikts unvermindert maßgeblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Märkte haben.
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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 3. September 2026, soweit nicht anders angegeben.
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