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Am dem 1. Januar 2027 steht das neue Altersvorsorgedepot zur Verfügung. Welche Möglichkeiten Riester-Sparerinnen und -Sparer dann haben.
Freitag, 03.07.2026
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Riester-Verträge können noch bis Ende Dezember 2026 neu abgeschlossen werden. Und wichtig: Für alle bestehenden Riester-Verträge gilt Bestandsschutz, kein Kunde und keine Kundin muss etwas ändern. Aber es ergeben sich mehrere Möglichkeiten für Ihre Altersvorsorge ab 2027. Finden Sie mit dem Förder-Check-Rechner von Union Investment zunächst heraus, wie sich die einkommensabhängige Riester-Förderung und die neue beitragsproportionale Förderung auf Ihre Förderung auswirken können.
Sie gehören zu den knapp 15 Millionen Kundinnen und Kunden in Deutschland, die einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben? Dann fragen Sie sich vielleicht, was es ab dem 1. Januar 2027 mit dem neuen Altersvorsorgedepot auf sich hat. Verschaffen Sie sich mit unserer Bilderstrecke einen Überblick über Ihre Möglichkeiten – klicken Sie sich einfach durch.
Die erste Möglichkeit besteht darin, Ihren bestehenden Riester-Vertrag mit der bisherigen einkommensabhängigen Förderung weiterzuführen. Diese Variante kann besonders für Menschen mit geringem Einkommen und Kindern interessant sein.
Beispiel: Sandra hat zwei Kinder (fünf und sieben Jahre alt), arbeitet in Teilzeit und verdient 20.000,– Euro im Jahr. Sie zahlt nur den Mindestbeitrag von 60,– Euro jährlich in ihren Riester-Vertrag ein. Aufgrund ihres niedrigen Einkommens erhält sie die volle staatliche Förderung: Bei einer Einzahlung von vier Prozent ihres Bruttoeinkommens (also 800,– Euro) abzüglich Zulagen (775,– Euro) werden mindestens 60,– Euro gewährt. Sandra bekommt eine Grundzulage von 175,– Euro plus 300,– Euro Kinderzulage pro Kind – insgesamt 775,– Euro Förderung im Jahr. So fließen insgesamt 835,– Euro in ihr Riester-Depot, obwohl sie selbst nur 60,– Euro einzahlt.
Mit der neuen Förderung müsste Sandra mindestens 120,– Euro einzahlen und würde nur 300,– Euro staatliche Förderung erhalten. Denn für jeden eingezahlten Euro gibt es 50 Cent Grundzulage (hier 60,– Euro) und 1,– Euro Kinderzulage pro Kind (hier 240,– Euro). Die Grundzulage ist jedoch gedeckelt und beträgt maximal 540,– Euro im Jahr. Außerdem erfolgt die Förderung gestaffelt: Für die ersten 360,– Euro Einzahlung gibt es 50 Cent pro Euro, für darüber hinausgehende Beträge nur noch 25 Cent pro Euro. Insgesamt kämen so nur 420,– Euro ins Depot – deutlich weniger als bisher.
„Allerdings gilt es zu überlegen: Sind Sie mit der bisherigen Wertentwicklung Ihrer Riester-Rente zufrieden? Legen Sie Wert auf eine Beitrags- und Zulagengarantie zu Beginn der Auszahlphase? Und beachten Sie auch, dass die Kosten beim neuen Altersvorsorgedepot, insbesondere beim Standardprodukt, niedriger sein könnten als beim Riester-Vertrag“, so Alberto del Pozo, Leiter Vorsorge und Kooperationen bei Union Investment.
Die zweite Möglichkeit ist, Ihren bestehenden Riester-Vertrag mit der Garantie beizubehalten und gleichzeitig auf die neue beitragsabhängige Förderung umzusteigen. „Damit wechseln Sie von der alten einkommensabhängigen Förderung zu einer neuen Förderform, die für viele attraktiver ist“, erklärt del Pozo.
Diese Option ist besonders interessant für Sparerinnen und Sparer, denen die Garantie wichtig ist, für die aber die neue Fördersystematik vorteilhafter ist als die alte.
Beispiel: Markus, Familienvater mit zwei Kindern im Grundschulalter, zahlt jährlich 1.325,– Euro in seinen Riester-Vertrag ein. Bisher erhält er dafür eine staatliche Förderung von 775,– Euro (175,– Euro Grundzulage plus 300,– Euro für jedes Kind). Insgesamt fließen so 2.100,– Euro pro Jahr in sein Depot – das ist der maximal förderfähige Betrag bei Riester-Verträgen.
Wechselt Markus jetzt zur neuen Fördersystematik und zahlt weiterhin 1.325,– Euro ein, steigt die staatliche Förderung auf 1.021,25 Euro. Die Kinderzulagen bleiben mit 600,– Euro gleich, die Grundzulage fällt aber höher aus: Für die ersten 360,– Euro seines Beitrags bekommt Markus 180,– Euro Förderung, für die restlichen 965,– Euro weitere 241,25 Euro. So fließen insgesamt 2.346,25 Euro in sein Depot – 246,25 Euro mehr als zuvor.
Erhöht Markus seinen Eigenbeitrag auf 1.800,– Euro, kann er sogar die maximale jährliche Zulage von 1.140,– Euro (540,– Euro Grundzulage plus 600,– Euro Kinderzulagen) erhalten.
Die dritte Möglichkeit ist, Ihren alten Riester-Vertrag in einen neuen Vertrag zu übertragen und so von der höheren Förderung zu profitieren. Dabei entfällt die Garantie für das übertragene Kapital, sofern Sie ein Produkt ohne Garantie wählen. „Diese Option ist besonders interessant für Sparerinnen und Sparer, die langfristig an den Entwicklungen des Aktienmarkts teilnehmen möchten, die ohne Garantie möglich sind“, erklärt der Vorsorgeexperte del Pozo.
Beispiel: Max ist 35 Jahre alt, ledig und hat keine Kinder. Er ist mit der Wertentwicklung seines Riester-Vertrags zufrieden, möchte aber aufgrund seines langen Anlagehorizonts komplett am Aktienmarkt investiert sein. Bisher zahlt er 1.925,– Euro jährlich in sein Riester-Depot ein und erhält die volle Grundzulage von 175,– Euro. Kinderzulagen erhält er keine. Insgesamt fließen so 2.100,– Euro pro Jahr in sein Depot.
Mit der neuen Fördersystematik ist die Förderung für Max deutlich attraktiver: Für die ersten 360,– Euro Einzahlung bekommt er 50 Cent Förderung pro Euro, für jeden weiteren Euro 25 Cent – bis zu einem Maximalbetrag von 1.800,– Euro. So erhält Max eine Förderung von 540,– Euro.
Wenn also Max den maximal förderfähigen Betrag von 1.800,– Euro jährlich einzahlt, bekommt er eine Förderung von 540,– Euro, sodass insgesamt 2.340,– Euro in sein Altersvorsorgedepot fließen. Das sind 240,– Euro mehr als mit der bisherigen Riester-Fördersystematik – trotz eines um 125,– Euro niedrigeren Eigenbeitrags.
Eine weitere Möglichkeit dieser Option ist, Ihren bestehenden Riester-Vertrag in einen neuen Vertrag mit Garantie zu übertragen. „Diese Variante könnte besonders für sicherheitsorientierte Anlegerinnen und Anleger interessant sein, die ihre bisherigen Gewinne schützen möchten“, erklärt del Pozo.
Beim Wechsel in ein neues Garantieprodukt umfasst die neue Garantiesumme das gesamte Vermögen aus dem Riester-Depot zum Zeitpunkt der Übertragung. Das beinhaltet Einzahlungen, Zulagen und Wertzuwächse, da dieser Betrag nun als Einzahlung gilt.
Beispiel: Marianne hat ihren Riester-Vertrag 2002 abgeschlossen. In den letzten 24 Jahren hat sie 30.000,– Euro eingezahlt und knapp 15.000,– Euro an staatlichen Zulagen erhalten. Durch Wertzuwächse ist ihr Depotwert auf aktuell 100.000,– Euro angewachsen.
In ihrem Riester-Vertrag sind bisher alle Einzahlungen und Zulagen zu Beginn der Auszahlphase garantiert – also 45.000,– Euro. Wechselt Marianne ab 1. Januar 2027 in das neue Altersvorsorgedepot mit Garantie, erhöht sich die garantierte Summe auf den gesamten Depotwert von 100.000,– Euro – rund 55.000,– Euro mehr.
„Alle künftigen Einzahlungen und Zulagen sind natürlich ebenfalls in der neuen Garantie enthalten“, so der Vorsorgeexperte.
Ob ein Produkt mit oder ohne Garantie besser passt, hänge jedoch davon ab, wie die jeweiligen Anlegerinnen und Anleger Renditechancen und die Beitragsgarantie für sich abwägen möchten.
Bei der vierten Möglichkeit stellen Sparerinnen und Sparer ihren bisherigen Riester-Vertrag beitragsfrei und schließen parallel ab 1. Januar 2027 ein Altersvorsorgedepot für künftige Einzahlungen ab. „Diese Option könnte zum Beispiel interessant sein, wenn Sie den bisher angesparten Beitrag weiterhin zum Beginn der Auszahlphase garantiert haben möchten, gleichzeitig aber mit neuen Sparraten stärker am Aktienmarkt investiert sein möchten“, sagt del Pozo.
Beispiel: Sabine hat ihren fondsbasierten Riester-Vertrag 2015 abgeschlossen. Ihr Kapital wurde während der Niedrigzinsphase für längere Zeit von Aktien- in Rentenfonds umgeschichtet. Sie hätte sich eine höhere Wertentwicklung gewünscht, möchte aber ihre bisherigen Einzahlungen und die Zulagen von rund 21.000,– Euro zu Beginn der Auszahlphase garantiert haben.
Bis zu ihrem Renteneintritt verbleiben ihr noch mehr als zehn Jahre, in denen sie von einer höheren Aktienquote profitieren könnte. Deshalb fährt sie einen Mittelweg: Sie stellt ihren Riester-Vertrag beitragsfrei, sodass das Geld weiterhin am Kapitalmarkt investiert wird – allerdings in Abhängigkeit von den kundenindividuellen und marktbedingten Rahmenbedingungen möglicherweise weniger chancenorientiert als ohne Garantie. Die 21.000,– Euro sind zum Beginn der Auszahlphase jedoch für sie sicher. Das gilt sogar dann, wenn Mariannes Riester-Vertrag eine negative Wertentwicklung genommen hätte und das Kapital unterhalb ihrer Einzahlungen und Zulagen läge. Auch dann wären die 21.000,– Euro zum Ende der Ansparphase in jedem Fall garantiert. Die Garantie gilt in diesem Fall aber nur, wenn das Kapital im Riester-Vertrag verbleibt.
Sabine stellt ihren Riester-Vertrag also beitragsfrei und schließt einen neuen Vertrag ab, um von der neuen Fördersystematik zu profitieren. Die künftigen Einzahlungen können nach Verzicht auf die Garantie langfristig und größtenteils am Aktienmarkt angelegt werden.
Die fünfte Möglichkeit ist, in Ihrem bestehenden Riester-Vertrag die bisher verpflichtende Leibrente abzuwählen. „Das bedeutet, dass Ihr angespartes Vermögen nicht mehr lebenslang, sondern ab dem Beginn der Auszahlphase bis zum vollendeten 85. Lebensjahr in Raten ausgezahlt wird. So können Sie mit vergleichsweise höheren monatlichen Renten rechnen“, erklärt del Pozo.
Wer eine lebenslange Absicherung möchte, sollte beachten: Eine Abwahl der Restverrentung ist vor allem dann interessant, wenn das Risiko, sehr alt zu werden, bereits durch andere Vorsorgeformen, beispielsweise der gesetzlichen Rente oder einer eigenen Immobilie, abgesichert ist oder wenn die Vererbbarkeit des Kapitals wichtiger ist.
Diese Entscheidung können Sie am Ende der Ansparphase treffen – für Auszahlphasen, die frühestens ab dem 1. Januar 2027 beginnen.
„Die Wahl aus den Optionen ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint“, sagt der Vorsorgeexperte del Pozo. Denn die Lebenssituation sei bei jedem Riester-Sparer und jeder Riester-Sparerin individuell. „Wir empfehlen Ihnen deshalb, vor Ihrer Entscheidung mit Ihrer Bank zu sprechen“, betont er. „Die Beraterinnen und Berater aus der genossenschaftlichen FinanzGruppe unterstützen Sie gern und informieren Sie umfassend über Ihre Möglichkeiten.“
Ein erster Schritt ist der neue Förder-Check-Rechner von Union Investment . Damit können Sie die bisherige einkommensabhängige Riester-Förderung mit dem neuen beitragsabhängigen Fördermodell vergleichen.
Wichtig: Es besteht kein Handlungsdruck. Alle bestehenden Riester-Verträge genießen Bestandsschutz – das gilt für die jährlichen Zulagen, den Sonderausgabenabzug und die Garantie auf alle Einzahlungen und Zulagen zum Beginn der Auszahlphase. Ab 2027 können jedoch keine neuen Riester-Verträge mehr mit der alten Förderstruktur abgeschlossen werden. Was sich hinter den aktuellen Änderungen verbirgt, erfahren Sie im Beitrag „ Das Rentensystem wird jetzt reformiert “ auf der Privatkundenseite.
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1 Beiträge
**Wagner, W.**3.8.2026
Wann bitte stellt Union-Investment die neuen Altersvorsorgedepots vor und wann kann ich diese abschließen bzw. Riester in diesen überführen?
Antworten
Union-Investment 18.8.2026
Antwort zu Kommentar von Wagner, W.
Guten Tag, bitte entschuldigen Sie die verspätete Antwort. Wir werden ab Januar 2027 drei Produkte anbieten, für die neue Fonds aufgelegt werden - ganz ohne Ausgabeaufschlag. Unsere Produkte und aktuelle Informationen zum Altersvorsorgedepot von Union Investment finden Sie hier: https://www.union-investment.de/familien-und-altersvorsorge/fuers-alter-vorsorgen/altersvorsorgedepot Das geförderte Altersvorsorgedepot ist frühestens ab dem 1. Januar 2027 über Ihre Bankfiliale oder auch digital abschließbar. Ein Wechsel von Riester in das Altersvorsorgedepot ist nach der Eröffnung kostenfrei für Sie möglich. Viele Grüße aus Frankfurt, Niklas Zgraja
awerwer
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