Source: https://www.union-investment.de/blog/gesetzliche_rente_private_altersvorsorge_der_vergleich
Nicht „oder“, sondern „und“: Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bildet die gesetzliche Rentenversicherung die verpflichtende Basis der Altersvorsorge. Private oder betriebliche Vorsorge kann diese ergänzen.
Freitag, 04.09.2026
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Seit mehr als 130 Jahren bildet die gesetzliche Rentenversicherung das Fundament der Alterssicherung in Deutschland.1 Daneben gibt es heute zahlreiche weitere Möglichkeiten, privat für das Alter vorzusorgen. Wie die Systeme zusammenspielen, zeigt sich beim Blick auf ihre unterschiedlichen Funktionsweisen. ## Was ist die gesetzliche Rentenversicherung? Die gesetzliche Rentenversicherung ist für die meisten Angestellten Pflicht und für viele eine wichtige Säule der Altersvorsorge. Sie funktioniert im sogenannten Umlageverfahren. Das bedeutet: Die laufenden Beiträge von Beschäftigten und Arbeitgebern sowie Bundesmittel finanzieren die laufenden Auszahlungen an Rentnerinnen und Rentner. Wie hoch die individuelle Rente ausfällt, hängt vor allem davon ab, wie lange und in welcher Höhe die späteren Rentnerinnen und Rentner während ihrer Berufstätigkeit zu diesem System beigetragen haben. Daraus errechnen sich die sogenannten Entgeltpunkte, häufig auch Rentenpunkte genannt.2
Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt aber nicht nur Altersrenten. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie auch bei Erwerbsminderung unterstützen und Leistungen für Hinterbliebene vorsehen.3 ## Was ist die private Altersvorsorge?
Eine private Altersvorsorge ergänzt die gesetzliche Rente, da diese für viele Menschen voraussichtlich allein nicht ausreichen wird, um ihren finanziellen Bedarf im Ruhestand zu decken.4 Viele Formen der privaten Altersvorsorge beruhen darauf, über die Zeit eigenes Kapital aufzubauen. Die eingezahlten Beiträge fließen also nicht in die Auszahlungen der aktuellen Rentnerinnen und Rentner, sondern in den Aufbau eines eigenen Kapitalstocks. Wichtig zu wissen: Private Vorsorgeleistungen ersetzen die gesetzliche Rente nicht, sondern können sie ergänzen, um den gewünschten Lebensstandard im Alter möglichst halten zu können. Steuerliche und sozialrechtliche Auswirkungen hängen vom Einzelfall ab. ## Viele Wege der privaten Vorsorge
Anders als bei der gesetzlichen Rente, die für alle Beitragszahlerinnen und -zahler gleich funktioniert, bestehen für die private Altersvorsorge vielfältige Optionen. Dazu zählen staatlich geförderte Vorsorgemöglichkeiten wie die Riester-Rente beziehungsweise ab 2027 das neue Altersvorsorgedepot, die Rürup-Renten oder private Rentenversicherungen. Je nach Produkt und Ausgestaltung können sie Möglichkeiten bieten, die Altersvorsorge flexibel zu gestalten und an individuelle Bedürfnisse anzupassen.
Zusätzlich umfasst private Vorsorge aber auch alles, was Sparerinnen und Sparer ohne staatliche Förderung selbst aufbauen: Fondssparpläne5 etwa in Aktien oder in verzinsliche Wertpapiere, Lebensversicherungen und/oder Immobilien. Hier bestehen in der Regel größere Gestaltungsspielräume, allerdings ohne staatliche Zulagen. Zusammenfassend stellt Alberto del Pozo Muniz, Leiter Vorsorge und Kooperationen bei Union Investment, fest: „Die gesetzliche Rente bleibt für viele Menschen die wichtigste Säule der Altersvorsorge. Private Vorsorge sollte sie ergänzen.“ ## Was ändert sich 2027 bei der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge?
„Mit Blick auf die Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge werden sich ab 2027 einige Änderungen ergeben“, fährt Muniz fort. Im Mittelpunkt steht das geplante Altersvorsorgedepot, das die Riester-Rente ersetzen wird.
Union Investment wird ab 1. Januar 2027 neben dem gesetzlich vorgeschriebenen Standardprodukt auch Lösungen mit aktiv gemanagten Fonds anbieten. Dieses Produkt wird es in zwei Varianten geben – einmal ohne Garantie und einmal mit einer Garantie, die die eingezahlten Beiträge und Zulagen zu 100 Prozent zum Ende der Ansparphase absichert. Für die Auszahlphase haben die Kunden ein Wahlrecht zwischen einem monatlichen Auszahlplan, der mindestens bis zum 85. Geburtstag läuft oder einer lebenslangen Rente. Außerdem können Kunden zum Beginn der Auszahlphase 30 Prozent des Kapitals auf einmal entnehmen. Für Einzahlungen bis zu einem Höchstbetrag von 1.800 Euro jährlich erhalten Sparerinnen und Sparer jedes Jahr staatliche Zulagen in Form einer Grundzulage von maximal 540 Euro und einer Kinderzulage von maximal 300 Euro pro Kind. Steuerliche und sozialrechtliche Auswirkungen hängen vom Einzelfall ab.6
Für bisherige Riester-Verträge ist ab dem 1. Januar 2027 eine förderunschädliche Übertragung möglich. Das gesamte Riester-Guthaben kann auf ein Altersvorsorgedepot übertragen werden. Zu beachten ist jedoch, dass das Altersvorsorgedepot mit und ohne Beitragsgarantie angeboten werden wird. Entscheiden sich Sparerinnen und Sparer für ein Altersvorsorgedepot ohne Beitragsgarantie, entfällt diese für das dorthin übertragene Kapital und die neu eingezahlten Beiträge und Zulagen.7 Konkret haben Sparer mit einem bestehenden Riester-Vertrag durch die Reform fünf Möglichkeiten, mit ihrem bestehenden Riester-Vertrag zu verfahren. Welche, erfahren Riester-Sparer im Blogbeitrag „ Wenn das Altersvorsorgedepot kommt “.
Union Investment hat einen Förder-Check-Rechner entwickelt, mit dem Riester-Kunden in wenigen Schritten eine erste Orientierung erhalten können, welche Förderung nach ihren Angaben voraussichtlich günstiger sein könnte.
Während sich die Riester-Rente vor allem an Angestellte richtet, ist das neue Altersvorsorgedepot übrigens auch für Selbstständige zugänglich. Ob es im Vergleich zu einer Rürup-Rente oder privaten Rentenversicherung vorteilhafter sein kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte individuell geprüft werden. Die Rürup-Rente und private Rentenversicherungen sind vom Altersvorsorgereformgesetz nicht betroffen.
Die Altersvorsorgereform erweitert ab 2027 die Möglichkeiten für die staatlich geförderte private Vorsorge. Sie nimmt den Menschen aber nicht die individuelle Entscheidung ab. Entscheidend bleibt, einen passenden Mix aus gesetzlicher Rente und privater Vorsorge zu wählen, der zur persönlichen Lebenssituation, zum Vorsorgeziel und zum eigenen Sicherheitsbedürfnis passt.
Alberto del Pozo Muniz
Leiter Vorsorge und Kooperationen bei Union Investment
Wie groß Ihre persönliche Vorsorgelücke – also die Differenz zwischen dem erwarteten Einkommen im Alter und dem persönlichen Finanzbedarf – ausfällt, berechnen Sie außerdem ganz leicht mit unserem Vorsorgelücken-Rechner .
Private Vorsorgeleistungen ersetzen die gesetzliche Rente nicht, sondern können sie ergänzen, um den gewünschten Lebensstandard im Alter möglichst halten zu können. Für eine persönliche Einordnung können Sie mit den sachkundigen Beraterinnen und Berater in den Banken der genossenschaftlichen FinanzGruppe sprechen.
*Fondssparpläne bergen verschiedene Risiken, die beachtet werden sollten. So kann nicht ausgeschlossen werden, dass am Ende der Ansparphase weniger Vermögen zur Verfügung steht, als insgesamt eingezahlt wurde, wodurch die Sparziele möglicherweise nicht erreicht werden. Zudem besteht ein Risiko marktbedingter Kursschwankungen sowie ein Ertragsrisiko. Im Vergleich zum Ausgabepreis einer Einmalanlage kann der Durchschnittspreis eines Fondssparplans höher ausfallen. Dadurch kann die Rendite eines Fondssparplans unter Umständen geringer ausfallen als bei einer Einmalanlage.
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