Source: https://www.union-investment.de/blog/ki_finanzberatung
Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom vertraut jeder vierte Deutsche einer KI mehr als einem menschlichen Finanzberater – Tendenz steigend. Doch was kann KI in der Finanzberatung wirklich leisten? Und wo bleibt die persönliche Beratung unverzichtbar? Ein Blick auf Chancen, Grenzen und Investmentpotenziale.
Donnerstag, 16.07.2026
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Stellen Sie sich vor: Sie fragen eine künstliche Intelligenz (KI) nach attraktiven Aktientiteln. Rund um die Uhr, ohne Wartezeit und ohne Terminvereinbarung gibt Ihnen der Chatbot eine Antwort. Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, ist heute für viele selbstverständlich. Doch wie weit ist die KI-gestützte Anlageberatung bei Finanzfragen wirklich? Und was bedeutet das für Anlegerinnen und Anleger? Eine KI-gestützte Anlageberatung kann heute bereits Marktdaten analysieren, Informationen bündeln und erste Orientierung geben, sie ersetzt aber keine persönliche Finanzberatung.
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KI in der Finanzberatung – auf einen Blick - KI kann Marktdaten in Echtzeit analysieren und erste Orientierung bieten - 28 Prozent der Deutschen würden KI die Finanzplanung überlassen (Bitkom 2026)1 - Aber Chatbots ersetzen keine individuelle Beratung - KI ist auch ein Investmentthema – von Halbleitern bis Cloud-Infrastruktur
Eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom zeichnet ein differenziertes Bild: Eine knappe Mehrheit der Deutschen sieht KI im Bereich Finanzen als Chance für eine bessere, schnellere und günstigere Beratung. Gleichzeitig bestehen erhebliche Vorbehalte: Viele der Befragten sorgen sich vor Datenmissbrauch, Fehlentscheidungen durch Algorithmen oder digitalem Betrug.1
Wie sicher ist eine KI-gestützte Anlageberatung? KI-Systeme analysieren Daten mit hoher Geschwindigkeit – doch sie können irren. Algorithmen basieren auf historischen Daten und erkennen unvorhergesehene Ereignisse oft nicht rechtzeitig. Deshalb empfiehlt Union Investment, KI als Orientierungshilfe zu nutzen, wichtige Entscheidungen sollten aber gemeinsam mit einer erfahrenen Beraterin oder einem Berater getroffen werden.
Laut der Bitkom-Studie würden 28 Prozent der Deutschen einer KI die Finanzplanung überlassen – gegenüber 20 Prozent im Jahr 2024 ein deutlicher Anstieg.1 Und jeder vierte Befragte vertraut einer KI sogar mehr als einem menschlichen Finanzberater. Ist dieses Vertrauen gerechtfertigt?
KI-Systeme können enormes Wissen bündeln, Marktdaten in Echtzeit analysieren und komplexe Zusammenhänge verständlich erklären. In der digitalen Vermögensverwaltung kommen solche Systeme bereits heute zum Einsatz – etwa bei der automatisierten Portfolioanalyse oder der Risikoüberwachung. Eine KI-gestützte Anlageberatung kann also eine sinnvolle erste Orientierung bieten. Ein vollständiger Ersatz für das persönliche Gespräch mit einer Bankberaterin oder einem Bankberater ist sie jedoch nicht. Denn die Anlageberatung berücksichtigt mehr als Zahlen: Sie fragt nach Ihrer Risikobereitschaft, Ihrer familiären Situation und Ihren kurz- sowie langfristigen Zielen. Aus langjährigen Kundenbeziehungen heraus können Beraterinnen und Berater häufig fundierter antworten, als es eine KI kann. Das ist der Mehrwert einer persönlichen Beratung. Dabei kann auch KI selbst als Investitionsthema zur Sprache kommen. Erfahren Sie mehr dazu im folgenden Kurzinterview mit dem Fondsmanager Markus Golinski.
Quelle: Eigenrecherche Union Investment sowie ZDF und BaFin2. Stand: Juni 2026.
Markus Golinski ist seit April 2014 im Portfoliomanagement Aktien Global bei Union Investment tätig und für die Analyse von Technologiewerten und zwei Wachstumsfonds verantwortlich.
„KI ist ein wachsendes Investmentthema“
Markus Golinski ist Fondsmanager von UniSector: HighTech bei Union Investment und verfolgt die KI-Entwicklung als Technologie- und Investmentthema.
Herr Golinski, inwieweit ist die KI-Beratung bereits Realität?
Wir stehen am Anfang einer neuen KI-Generation: der agentischen KI. Das sind Systeme, die nicht nur Fragen beantworten, sondern eigenständig planen, Entscheidungen treffen und mehrstufige Aufgaben ausführen. Ein riesiger Schritt – auch für den Finanzbereich.
Können Sie ein Beispiel nennen?
Stellen Sie sich einen KI-Agenten vor, der Börsendaten, Zinsentwicklungen und persönliche Sparziele verknüpft und theoretisch Ihr Portfolio anpassen könnte. Das ist noch Zukunftsmusik, doch vieles ist bereits in Entwicklung. Das erfordert hohe Investitionen. Und die sollten sich auszahlen.
KI ist also auch ein Investmentthema?
KI ist ein wachsendes Investmentthema – bei aller gebotenen Vorsicht bei Prognosen. Analystinnen und Analysten gehen davon aus, dass allein die vier großen US-Tech-Konzerne 2026 mehr als 700 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur investieren könnten. Das verändert nicht nur die Aktienmärkte, sondern die gesamte Wirtschaft – und davon profitieren Unternehmen aus dem gesamten KI-Ökosystem: von Halbleiterherstellern über Netzwerkspezialisten bis hin zu Stromversorgern.3
Wo sehen Sie Chancen und Risiken für Anlegerinnen und Anleger?
Das KI-Ökosystem umfasst viel mehr Bereiche, als viele glauben. Zum Beispiel sind Firmen, die Speicherchips oder Serverhardware herstellen, privaten Anlegerinnen und Anlegern oft noch unbekannt. Gleichzeitig wird aber nicht jedes Unternehmen die hohen Erwartungen erfüllen können. Dabei muss man auch mit Kursschwankungen, Risiken durch Bewertungen, gesetzlichen Vorschriften und sogar möglichen Spekulationsblasen rechnen. Deshalb ist es sehr wichtig, bei der Auswahl der Aktien genau hinzuschauen. Aktiv verwaltete Fonds können dabei helfen, solche Risiken besser zu verteilen – auch wenn sie nicht garantieren, dass man immer besser als der Markt abschneidet.
Mehr dazu und wie Sie mit den Auswirkungen von KI an den Aktienmärkten umgehen können, lesen Sie im Beitrag „Was tun, wenn KI die Aktienmärkte treibt?“ auf unserer Website.
Fazit: KI in der Beratung nutzen – aber auf persönliche Expertise setzen
KI-gestützte Anlageberatung kann erklären, informieren und Orientierung bieten – das letzte Wort sollten Anlegerinnen und Anleger aber selbst behalten, sinnvollerweise gemeinsam mit einer Bankberaterin oder einem Bankberater, die ihre persönliche Situation kennen. Das KI-Ökosystem schafft zugleich neue Anlagemöglichkeiten: Denn der Bedarf an Halbleitern, Cloud-Infrastruktur und KI-Anwendungen dürfte weiterwachsen. Das Feld ist groß, und hierbei ist Expertise von Vorteil. In einem persönlichen Gespräch bei der Hausbank können Interessierte sich näher über KI-Anlagemöglichkeiten informieren und mehr über passende Investmentfonds erfahren.
Quellen:
Bitte lesen Sie den Disclaimer.
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