Source: https://www.union-investment.de/unsere-services/aktuelle-nachrichten/service-wissenswertes/wie-sparen-eltern-fuer-ihre-kinder
29.07.2026
Sieben von zehn Eltern sparen regelmäßig für ihre Kinder – doch die Altersvorsorge spielt kaum eine Rolle. Das zeigt das aktuelle Anlegerbarometer von Union Investment.
Wenn es ums Sparen geht, haben Eltern ein klares Ziel vor Augen: Sie wollen ihre Kinder bestmöglich für das Leben rüsten und finanziell absichern. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Anlegerbarometers von Union Investment, für das das Marktforschungsinstitut Forsa im Mai 2026 mehr als 1.000 Eltern repräsentativ befragt hat.1
Die Umfrage liefert aufschlussreiche Einblicke in das Sparverhalten von Familien – und zeigt, wo noch Potenzial schlummert. Mit dem Sparen möglichst früh anzufangen ist am wirkungsvollsten: Je früher Geld angelegt wird, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt – und desto größer kann das finanzielle Fundament für Kinder langfristig werden.
Die gute Nachricht: Laut der aktuellen Umfrage des Anlegerbarometers legen sieben von zehn Eltern (70 Prozent) regelmäßig Geld für ihre Kinder zurück, weitere 15 Prozent tun dies zumindest unregelmäßig. Die meisten sparen dabei zwischen 500 und 750 Euro pro Jahr. Rund 18 Prozent schaffen sogar 1.500 Euro oder mehr.
Dabei dominieren vor allem greifbare, kurzfristige Ziele den Sparalltag der Eltern, wie das Anlegerbarometer feststellt: Der Führerschein steht mit 45 Prozent ganz oben, dicht gefolgt von Ausbildung oder Studium (43 Prozent) und einem eigenen Auto (24 Prozent). Das sind nachvollziehbare Prioritäten – aber eben solche, die den langfristig wirksamsten Sparanlass verdrängen.
Denn lediglich 13 Prozent der Eltern denken bereits heute daran, für die Altersvorsorge ihres Kindes zu sparen. „Dabei ist genau das der Moment, in dem das angelegte Geld die besten Möglichkeiten hat, sich zu vermehren“, sagt Andrea Erlach, Marktforscherin bei Union Investment. „Dafür sorgt der Zinseszinseffekt, der über Jahrzehnte wirken kann: Erträge werden automatisch wieder angelegt und können so eine zusätzliche Renditechance bieten.“ Entscheidend ist dabei nicht der Einstiegszeitpunkt, sondern das langfristige Durchhaltevermögen.
Wer früh anfängt zu sparen, hat die Chance, doppelt zu profitieren. Schon kleine, regelmäßig angelegte Sparbeträge können bei einer automatisierten Anlage von Dividenden- und Zinserträgen langfristig eine zusätzliche Renditechance in Form des sogenannten Zinseszinseffekts darstellen. Denn die angelegten Dividenden- und Zinserträge können so wiederum Erträge erwirtschaften. Grundsätzlich gilt, dass sich vor allem thesaurierende Fonds – also Fonds, die Erträge nicht ausschütten, sondern automatisch reinvestieren – je nach individueller Anlagestrategie besonders gut für Sparerinnen und Sparer eignen können, die langfristig Vermögen aufbauen möchten. Denn thesaurierende Investmentfonds machen sich einen bemerkenswerten Mechanismus zunutze: den Zinseszinseffekt. Dieser sorgt dafür, dass Fondssparende nicht nur Erträge aus dem Anfangskapital erzielen können, sondern dass auch die bereits enthaltenden Dividenden und Zinsen wieder angelegt werden und somit erneut Erträge erwirtschaften können – vorausgesetzt, die Wertentwicklung des Fonds verläuft positiv. Dadurch kann das Geld mit der Zeit deutlich wachsen. Je länger das Geld angelegt ist, desto stärker kann der Zinseszinseffekt wirken. Dabei kommt es also nicht nur auf den Zeitpunkt des Einstiegs an, sondern vor allem auf das Durchhaltevermögen.
Der Zinseszinseffekt entfaltet sein Potenzial nur, wenn die Wertentwicklung des Fonds positiv verläuft. Fondsanlagen sind jedoch mit Risiken verbunden: Der Wert eines Fonds kann schwanken und auch unter den ursprünglich investierten Betrag fallen. Erträge sind nicht garantiert, und vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Im ungünstigen Fall können Verluste den Zinseszinseffekt nicht nur abschwächen, sondern umkehren.
Bemerkenswert ist auch ein weiterer Befund des Anlegerbarometers: 37 Prozent der sparenden Eltern legen Geld für ihre Kinder zurück, ohne ein konkretes Sparziel zu benennen. „Hier schlummert ein erhebliches Potenzial – das mit dem richtigen Impuls gezielt in Richtung Altersvorsorge gelenkt werden könnte“, so Andrea Erlach. Dabei könnte die geplante Frühstart-Rente als Brücke wirken. Bislang haben allerdings nur drei von zehn befragten Eltern (30 Prozent) überhaupt schon einmal von ihr gehört. Die niedrige Sparquote für die Altersvorsorge der Kinder erklärt sich damit zumindest teilweise von selbst – was man nicht kennt, wird selten genutzt. Das Bewusstsein für die Möglichkeit muss erst entstehen, bevor die Bereitschaft folgen kann.
70 % der Eltern sparen regelmäßig für ihre Kinder
45 % sparen für den Führerschein – aber nur 13 % für die Altersvorsorge
55 % der sparenden Eltern setzen auf Investmentfonds
37 % sparen ohne konkretes Ziel – ungenutztes Potenzial für die Altersvorsorge
30 % der Eltern haben von der Frühstart-Rente gehört
Quelle: Anlegerbarometer von Union Investment, zweites Quartal 2026.
Beim Blick auf die bevorzugten Anlageformen zeigt sich ein erfreulicher Trend: Gut die Hälfte der sparenden Eltern (55 Prozent) nutzt Investmentfonds, um für ihre Kinder Vermögen aufzubauen. Das klassische Sparbuch folgt mit 39 Prozent, das Tagesgeldkonto nutzen 22 Prozent.
Investmentfonds bieten Eltern die Möglichkeit, frühzeitig und gezielt an den Kapitalmärkten für ihre Kinder anzulegen – verbunden mit Renditechancen, aber auch mit dem Risiko von Wertschwankungen und möglichen Verlusten. Interessant ist zudem: 36 Prozent der Befragten erwarten von der Geldanlage für ihre Kinder mehr Sicherheit als von ihrer eigenen. Das zeigt, wie hoch der Stellenwert des Schutzes für den Nachwuchs ist – und wie wichtig eine durchdachte, auf die jeweilige Lebenssituation abgestimmte Anlagestrategie ist. Lesen Sie mehr zu den Ergebnissen des Anlegerbarometers in unserem Blogbeitrag „Früh für die Zukunft sparen“ .
Das Anlegerbarometer1 zeigt: Der Wille, für Kinder zu sparen, ist in Deutschland groß. Die entscheidende Frage ist nicht ob, sondern wie – und vor allem: wann. Wer heute mit dem langfristigen Vermögensaufbau für seine Kinder beginnt, gibt ihnen den wertvollsten Vorsprung: Zeit. Sprechen Sie mit Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater über die passende Anlagestrategie für Ihre Familie.
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